Urlauberseelsorge auf den ostfriesischen Inseln

Urlauberseelsorge auf den ostfriesischen Inseln

Als Urlauberseelsorger auf den ostfriesischen Inseln

Zum Bistum Osnabrück gehören sechs der sieben ostfriesischen Inseln: Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog, Norderney und Spiekeroog. Alle sind von Zeit zu Zeit angewiesen auf Priester, die als "Seelsorger auf Zeit" hier tätig werden. Es geht also nicht um den gottesdienstlichen Vertretungsdienst im herkömmlichen Sinn, sondern um die seelsorgliche Präsenz in einer Urlaubsregion. Dabei ist der Urlauberseelsorger selbst Urlauber, der hier Ferien macht und sich zugleich in begrenztem Maß anderen Urlaubern als Seelsorger zur Verfügung stellt. Dieser Dienst umfasst in der Regel die Feier der Gottesdienste am Vorabend und am Sonntag, nach örtlichen Gepflogenheiten auch an einigen Werktagen, sowie auf Nachfrage eine grundsätzliche Bereitschaft zum seelsorglichen Gespräch.

Bild: photocase.de, MaasterB
Bild: photocase.de, MaasterB
Die Urlauberseelsorge des Bistums Osnabrück "Seelsorge am Meer" mit Dienstsitz in Norden verantwortet und koordiniert ein eigenes Programm der Urlauberseelsorge mit Vortrags- und Gesprächsabenden, mit Konzerten, Ausstellungen, spirituellen Angeboten usw. Für die "Seelsorge am Meer" ist der Urlauberseelsorger wegen der besonderen örtlichen Gegebenheiten und seiner Präsenz vor Ort mitunter ein wichtiger Ansprech- und Kooperationspartner vor Ort.

Die Urlaubssituation ermutigt viele Menschen dazu, sich (wieder) auf kirchliche Angebote einzulassen, Gottesdienste zu besuchen, Gespräch und Begegnung wahrzunehmen. Der Urlauberseelsorger wird daher in seiner Gottesdienstgemeinde ein ganz buntes Gemisch von Menschen vorfinden: wenige oder gar sehr wenige aus der Ortsgemeinde, dafür aber viele aus allen Regionen der Bundesrepublik, die jetzt an ihrem Ferienort zu dieser Feriengemeinde gehören. Darunter sind dann solche, die ihre Kirchlichkeit, die sie zu Hause pflegen, auch am Urlaubsort fortführen, aber auch solche, die im Urlaub nach langer Abstinenz mal wieder in einen Gottesdienst gehen und mitunter hohe Erwartungen haben. Das fordert den Urlauberseelsorger heraus und verlangt ein durchaus hohes Maß an Flexibilität und Kreativität. So kann beispielsweise plötzlich eine große Gruppe von Kindern oder Jugendlichen auftauchen, die dann herausfordert, etwa das ausgewählte Liedgut noch einmal zu revidieren und anzupassen.

Bild: photocase.de, schachspieler
Bild: photocase.de, schachspieler
Der Urlauberseelsorger kann darauf rechnen, dass die technischen Dienste und die Küsterdienste bereitgestellt sind. Das gilt aber z.B. nicht für die musikalische Gestaltung und Laiendienste im Gottesdienst wie Lektoren, Kommunionhelfer etc. Hier kreativ und spontan mit Situationen umgehen zu können ist spannend, aber manchmal eben auch eine hohe Anforderung.

Dennoch wissen wir aus vielen, vielen Berichten und der Tatsache, dass viele Urlauberseelsorger wiederkommen möchten, dass der Einsatz in diesem Gemenge zwischen Urlaub und "Gemeinde-auf-Zeit-Erfahrung" auf einer ostfriesischen Insel sehr bereichernd ist. Er gibt genügend Zeit für den eigenen Urlaub und verspricht zugleich neue Erfahrungen mit Menschen, mit pastoralen Gegebenheiten und mit sich selbst.